Trinidad und Tobago


Bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland mussten sich einige begeisterte Fußballanhänger beim Anblick der Gruppe B doch etwas ungläubig die Augen reiben. Trinidad & Tobago? Wahrscheinlich kannten die meisten Fans noch nicht einmal den Namen, geschweige denn das Land, das sich dahinter verbirgt. Dabei ist es durchaus lohnenswert einen genauen Blick auf die beiden Inseln an der Grenze des Karibischen Meers zum Atlantik zu werfen:
Trinidad, übersetzt "Dreifaltigkeit" ist die größere der beiden Inseln. Sie hat eine Fläche von 4821 km² und trägt die Hauptstadt, Port of Spain, die mit 50.700 Einwohnern zweitgrößte Stadt des Landes. Seinen Namen hat die Insel drei weithin sichtbaren Berggipfeln zu verdanken, die Christoph Kolumbus bei der Entdeckung im Jahre 1498 wohl zu "Trinidad" inspirierten.

Tobago liegt etwa 30 km nordöstlich von Trinidad und ist mit 303 km² deutlich kleiner. Neben zahlreichen traumhaften Stränden beherbergt Tobago auch das vermutlich älteste Naturschutzgebiet der Welt: seit 1764 steht der Regenwald der "Main Ridge Forest Reserve and Creation Site" unter Naturschutz weshalb sich hier Flora und Fauna unglaublich vielfältig präsentieren. Dieses riesige touristische Potenzial der Insel blieb selbstverständlich nicht unentdeckt. Benannt wurde die Insel später nach der dort angebauten, wohlbekannten Tabakpflanze nachdem sie von Kolumbus zunächst "Bella Forma" getauft wurde.

Trinidad & Tobago ist, anders als die meisten karibischen Inseln, nicht vulkanischen Ursprungs, sondern war einst dem Festland zugehörig. Aufgrund der Breitenlage gehört das Land zum tropischen Klimagebiet. Daraus resultieren die ganzjährig hohen Tagestemperaturen von durchschnittlich 30° C. Die Niederschlagsmenge ist mit 2000 mm pro Jahr für tropische Verhältnisse durchaus moderat und auf die Monate von Juni bis Oktober konzentriert. Die Bevölkerung besteht neben Nachfahren afrikanischer Sklaven und Mulatten vor allem aus indischen Einwanderern und anderen Mischlingen. Die am weitesten verbreitete Religion ist mit ca. 60% das Christentum, gefolgt vom Hinduismus, einigen Muslimen sowie anderen Minderheiten. Bis zu seiner Unabhängigkeit im Jahre 1962 stand der Staat unter der britischen Krone. Die Amtssprache ist Englisch, die Nähe zur Venezuelanischen Küste bewirkt jedoch, dass auch Spanisch sehr verbreitet ist. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Erdöl- und Erdgasförderung, die nebenher auch als Energiequelle für die ebenfalls rentable Metallverhüttung dient. Des Weiteren profitiert das Land vom, besonders auf Tobago, stark florierenden Tourismus, auch weil die Inseln, die als Ursprungsort der Steeldrums und des Calypso gelten, für ihren Karneval bekannt sind, der dem wohl berühmtesten aller Umzüge in Rio de Janeiro in nichts nachsteht.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die Fußballmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 bereits nach der Vorrunde die Segel streichen musste. Glücklicherweise sind da die beiden Inseln am Südostende der Karibik weitaus weniger vergänglich.